Marathon zurück ins Leben

Warum hält sich eigentlich so hartnäckig das bekannte Sprichwort „Sport ist Mord“, wo doch jeder weiß, dass tägliche Bewegung Körper und Geist gut tut und unsere Gesundheit und das Wohlbefinden stärkt?

Doch ganz egal ob unsportlich oder sportlich, Leistungssportler oder Sofa-Athlet: In Deutschland erhalten rund 7000 Menschen pro Jahr die Diagnose Hirntumor - für jeden Betroffenen ein lebensverändernder Einschnitt. Hirntumoren machen keinen Unterschied zwischen Geschlechtern, Lebensalter oder Fitness.

 

Vor zwei Jahren war auch Stefan einer dieser Patienten. Bei ihm wurde ein Ependymon WHO Grad II diagnostiziert, welches sich nach der rasch eingeleiteten Operation und bangem Warten auf das Ergebnis der Gewebeuntersuchungen zum Glück als gutartig herausstellte.

 

Wie bei fast allen Patienten wirbelte die Diagnose und Therapie den Alltag erst einmal kräftig durcheinander. Die Prioritäten und Sichtweise auf viele Dinge änderten sich, Hobbys mussten erst einmal hinten angestellt werden, Lebenslust und Leidenschaften aber ließ Stefan sich nicht nehmen. Vor seiner Diagnose absolvierte Stefan 2014 erfolgreich einen Marathon. Auf einmal standen statt täglichem Training eine Operation, Reha und Strahlentherapie auf dem Programm.

Stefan erzählt über seine Erkrankung und die Zeit danach: „Bis dahin wusste ich nichts von solchen Erkrankungen und sehr gerne wäre ich auch unwissend geblieben. Da das Leben aber kein Wunschkonzert ist, habe ich mich nicht unterkriegen lassen und bin Dank ärztlicher Kunst, einer positiven Lebenseinstellung und vor allem familiärer Unterstützung mehr oder weniger schnell zum Alltag übergegangen.“

Zurück im Alltag

Stefan ist dank guter Prognosen und einem positiven Krankheitsverlauf wieder in seinem Alltag angekommen. In diesem Sommer kann er sich auch endlich auf seine Leidenschaft, das Laufen, konzentrieren und sich neue sportliche Ziele setzen: Den Halbmarathon in Leverkusen hat er Anfang Juni erfolgreich absolviert und diese Entscheidung war für Stefan persönlich „goldrichtig“.

Ein bisschen anders ist der erste Wettkampf dennoch: „Wie erwartet, darf ich ab jetzt keine Vergleiche mehr zu früheren Leistungen ziehen, was für mich aber auch wirklich okay ist.“

Noch etwas hat sich verändert. Stefan startete dieses Jahr mit einem Hirntumorhilfe-Trikot und machte im Vorfeld im passenden Poloshirt mit seiner Familie Werbung für die Deutsche Hirntumorhilfe. Er rief in seinem Bekanntenkreis zu Spenden zugunsten anderer Betroffener auf, denn „Bei all den Strapazen: Ich habe einfach großes Glück gehabt. Mit geht es gut. Leider gibt es unter Hirntumorpatienten viele, die nicht mit diesem Glück gesegnet sind.“ Dass es Hirntumorpatienten im Alltag oft an Begleitung, Unterstützung und einem Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit für die Erkrankung fehlt, will Stefan so nicht hinnehmen.

Voller Lebensmut und Selbstbewusstsein mit seinem Schicksal umzugehen, seinen persönlichen Weg zurück in den Alltag finden und gleichzeitig noch etwas Gutes für sich und andere tun - für dieses persönliche Engagement gibt es von uns eine symbolische Goldmedaille!

Im Moment trainiert Stefan übrigens für sein großes Ziel, den Berliner Marathon im September. Auch dort wird er Spenden sammeln und mit seinem Trikot auf das Schicksal Hirntumor aufmerksam machen.

Sie laufen auch gerne oder planen ähnliche Veranstaltungen und möchten dabei mit Ihrem eigenen T-Shirt auf die Deutsche Hirntumorhilfe aufmerksam machen?

Dann kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0341.590 93 96 oder per E-Mail an info@hirntumorhilfe.de Wir stellen Ihnen gern die Druckdatei zur Verfügung.

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