Anja Walczak: Feinde in meinem Kopf

Eine wahre Geschichte, die Mut macht

Anja Walczak

Nymphenburger 2017

238 Seiten

Preis: 20,00 Euro

(gebundene Ausgabe)

ISBN-13: 9783485028783

ISBN-10: 3485028789

 

Einmal gegen einen Hirntumor anzukämpfen ist schwer genug. Aber was, wenn der Feind im Kopf trotz guter Prognose nach genau 8 Jahren, 6 Monaten und 18 Tagen doch wieder zurückkommt? Und dann auch noch mit Verstärkung? Kopflos aufgeben? Nicht mit der Autorin dieses Buches, Anja Walczak!

 

In „Feinde in meinem Kopf" berichtet die freiberufliche Journalistin über ihren zweifachen Kampf gegen die Erkrankung Hirntumor. Egal ob Ausflüge in die Welt der Kliniken, Reha-Zentren und der kurze Abstecher ins Strahlenlabor – Anja Walczak beschreibt ihre Erlebnisse nicht wissenschaftlich und streng chronologisch, dafür aber authentisch und mit einer gehörigen Portion Humor. Vor allem der erste Krankenhausaufenthalt ist mit Vierbettzimmer, schroffem Pflegepersonal und Erinnerungsschwierigkeiten nach der Operation des faustgroßen Tumors für den selbstbetitelten Kontrolltyp Walczak alles andere als lustig. Mut geben ihr die Worte einer Ärztin, die sie als Mantra durch die Anfangszeit nach der Operation begleiten: „Sie sind jung. Sie schaffen das!"

Leben als "Neurönchen"

Als der Tumor ihr Leben ein zweites Mal buchstäblich auf den Kopf stellt, ist alles anders: "Nach meiner ersten Kopf-OP 2006 fühlte ich mich sauschlecht, dieses Mal sauwohl. Beim ersten Mal hatte ich davor keine Angst und wurde enttäuscht. Beim zweiten Mal hatte ich extreme Angst und wurde angenehm überrascht. Trotz dieses Lottogewinns, zwei lebensgefährliche Operationen überstanden zu haben, weiß ich, die eigentliche Herausforderung steht mir noch bevor. Nämlich der Weg zurück", beschreibt sie ihre widerstreitenden Gefühle.

Anja Walczak

"Neurönchen" Anja Walczak, wie sie sich selbst nennt, lernt in kleinen Schritten mit ihrer Erkrankung zu leben – frei  nach dem Motto: Schlimmer geht immer. Trotzdem hat auch sie zu kämpfen: Beispielsweise als man sie zum zweiten Mal in eine ungeeignete Reha-Klinik schicken möchte oder als die Chemie mit der behandelnden Neurologin partout nicht stimmen will. Ängste, Hürden und Rückschläge finden genauso Platz in ihrem Bericht wie persönliche Glücksmomente. Schlussendlich hat Anja Walczak nach zwei herausfordernden Operationen und Strahlentherapie nicht nur einiges über das Innenleben von Kliniken, neurochirurgischen Fachabteilungen und Reha-Zentren gelernt, sondern auch über das manchmal gar nicht so einfache Alltags-Miteinander von "Neurönchen" und "Normalos". Hier gilt: Die Ausrede "Entschuldigung, ich bin Neuro!" zieht immer!

Leseerlebnis

Anja Walczak zeigt in ihrem Buch "Feinde in meinem Kopf", dass es sich mit Lebensmut, der Unterstützung der Lieblingsmenschen und etwas Geduld auch mit der Diagnose Meningeom gut leben lässt. Anja Walczak ist und bleibt nach zweifacher Zwangspause mit Herz und Seele Journalistin. Das merkt man auch ihrem Buch an. Sie selbst erzählt zwar, dass ihr journalistischer Anspruch krankheits-bedingt manchmal in den Hintergrund gerückt sei – aber am Ende zeigt sich: Gelernt ist gelernt. Den Leser erwarten kurze Kapitel, geschrieben in verständlichen Worten. In Tagebuchform mit Überschriften und Tagesfazits erzählt sie wechselnd von ihrer ersten und zweiten Diagnose. Zwischen persönlichen Hochs und Tiefs, gepaart mit pointiertem Humor, nimmt Anja Walczak der Diagnose Meningeom für Patienten und Außenstehende etwas an Schrecken, ohne dabei zu bagatellisieren. „Feinde in meinem Kopf“ ist nicht nur eine Mutmachgeschichte für Patienten und Angehörige mit einigen Lachern und Schmunzlern, sondern auch für "Nicht-Neurönchen" ein empfehlenswertes Buch.

 

© 23.11.2017 mabe, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de

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