Hirntumor-Informationstag 2017


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Hirntumor-Informationstag 2017

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Zerebrale Metastasierung

 

Oxford-Debatte auf dem Krebskongress in Berlin

 

 

Zerebrale Metastasierung – ist die Ganzhirnbestrahlung (WBRT) out?

 

Die Bedeutung bestimmter Diagnose- und Therapieverfahren wird von Fachleuten oft sehr unterschiedlich eingeschätzt. Was für manche ein hilfreiches Mittel zur optimalen Versorgung der Patienten darstellt, halten andere für verzichtbar oder gar schädlich.

Auf dem 33. Deutschen Krebskongress, der vom 21. bis 24. Februar in Berlin stattfand, wurden einige Hypothesen und offene Fragen aus dem Bereich der Neuroonkologie im Rahmen sogenannter Oxford-Debatten diskutiert. Hierbei wird nach einer kurzen Einführung in die Thematik zunächst die aktuell vorherrschende Meinung des Auditoriums abgefragt. Anschließend treten abwechselnd Pro-und Kontra-Referenten ans Pult, um die Zuhörer vom jeweiligen Standpunkt zu überzeugen. Die abschließende Abstimmung zeigt, welche Position sich unter den Anwesenden mehrheitlich durchsetzt.

Eine Debatte widmete sich der Frage, ob die Ganzhirnbestrahlung (WBRT) in der Behandlung zerebraler Metastasen heute noch eine Rolle spielt. Das Auditorium votierte eindeutig zugunsten der Methode. Letztlich gingen Befürworter und Gegner konform, dass in bestimmten Situationen derzeit keine adäquate Alternative zur WBRT existiert. Zwar hat die Weiterentwicklung der stereotaktischen Radiochirurgie die therapeutischen Möglichkeiten für Patienten mit Hirnmetastasen erweitert, doch im Hinblick auf die Vor- und Nachteile beider Methoden wurde übereinstimmend festgehalten, dass die aktuell verfügbaren Studiendaten kein klares Bild liefern. Die in die Untersuchungen eingeschlossenen Patientenkollektive unterscheiden sich oft stark voneinander. Zudem betrachten die durchgeführten Studien oftmals nicht dieselben Endpunkte. Somit sind die Ergebnisse kaum vergleichbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass heute auch die WBRT durch technische Weiterentwicklungen schonender eingesetzt werden kann und somit innerhalb des sich erweiternden Spektrums an Therapieoptionen für Patienten mit Hirnmetastasen nach wie vor eine Rolle spielt.

 

BjDr 27.02.2018