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News - Immuntherapie-Kombination zeigt Effekt

Kombination aus Checkpoint- und AKT-Inhibitor zeigt Therapieansprechen

Eine Immuntherapie mit Atezolizumab in Kombination mit dem experimentellen Krebsmedikament Ipatasertib könnte einen neuen Weg zur Behandlung von Glioblastompatienten bieten. In ersten Ergebnissen der Phase-1-Studie Ice-CAP, die auf der Jahrestagung 2021 der American Association of Cancer Research (AACR) vorgestellt wurden, gaben britische Forscher bekannt, dass zwei der zehn Patienten mit Glioblastomrezidiv auf die Behandlung angesprochen haben. Die Patienten sind mit einer Kombination aus dem Checkpointinhibitor Atezolizumab dem AKT-Inhibitor Ipatasertib behandelt wurden. Letzteres Medikament ist möglicherweise in der Lage, die dem Immunsystem häufig verborgenen Tumoren zu enttarnen.

 

Die Forscher des Institute of Cancer Research, London, und des Royal Marsden NHS Foundation Trust fanden in der Untersuchung Anzeichen für die Wirksamkeit ihrer Kombination insbesondere bei Patienten mit Defekten in einem Schlüsselgen namens PTEN. Wenn Tumoren ein funktionierendes PTEN-Gen fehlt, verwendet sie stattdessen Wachstumssignale, an denen AKT beteiligt ist, um zu wachsen und sich auszubreiten. AKT wird durch Ipatasertib blockiert – deshalb, so die Wissenschaftler, könnten Patienten mit PTEN-Defekten am meisten von der Kombination profitieren.

 

Bislang haben die Forscher zehn Glioblastompatienten mit einem Rezidiv für die Ice-CAP-Studie rekrutiert. Sieben von ihnen hatten Tumore mit Defekten im PTEN-Gen, vier davon hatten einen kompletten Verlust der PTEN-Expression. Bei zwei dieser Patienten mit vollständigem PTEN-Verlust schrumpfte das Glioblastom unter der Kombinationsbehandlung oder hörte auf zu wachsen – bei einem dieser Patienten scheint der Tumor sogar ganz verschwunden zu sein, die Tumorerkrankung des 59jährigen Mannes ist auch nach 22 Monaten noch stabil.

 

Studienleiterin Dr. Juanita Lopez, klinische Forscherin am Institute of Cancer Research, London, sagte: "Glioblastome sind in der Lage, sich dem Immunsystem auf komplexe Weise zu entziehen, und bis jetzt hat die Immuntherapie nicht funktioniert. Durch die Enttarnung der Erkrankung mit Ipatasertib legt diese Studie jedoch nahe, dass wir einige Hirntumore für Atezolizumab anfällig machen könnten.“

 

Es ist ungewöhnlich, solch positive klinische Reaktionen in Studien der Phase 1 zu sehen – diese werden bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen durchgeführt, um die Sicherheit eines Medikaments und die geeignete Dosierung zu testen. Es handelt sich jedoch um frühe Ergebnisse, und es sind weitere Forschungen erforderlich, bevor irgendwelche Schlussfolgerungen gezogen werden können.

 

© 03.05.2021 mst, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de

Quelle

ICR media office: AACR Annual Meeting 2021: Immunotherapy combination shows early promise in aggressive brain cancers. 2021, april 11.

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