2500 Kilometer als Warm-Up

2500 Kilometer Strecke, vier Wochen Zeit, ein Fahrrad und ein Fahrer, für den diese Tour „eine kleine Runde“ ist: Eigentlich wollte Darius in diesem Sommer seine lang geplante Panamericana-Reise starten und dabei eine 20.000 Kilometer lange Strecke von Kanada bis Argentinien im Fahrradsattel bewältigen. Die Corona-Krise machte ihm einen Strich durch die Rechnung. In die Pedale tritt er in diesem Sommer trotzdem, denn er hat eine Geschichte zu erzählen. Und die handelt davon, aus einem Rückschlag das Beste zu machen.

Kurz vor seinem 15. Geburtstag wurde bei Darius ein Hirntumor entdeckt. Nach einer umgehend anberaumten, achtstündigen Notoperation erwachte der ehrgeizige Ruderer halbseitig gelähmt. Die Prognose der Ärzte fiel düster aus: Mit einer weitgehenden Rehabilitation, gar zukünftigen sportlichen Erfolgen, sei nicht zu rechnen, ein späterer Schulabschluss aufgrund von operationsbedingten Sprach- und Konzentrationsschwierigkeiten fraglich. Für den Teenager, dessen Leben sich rund um den Leistungssport, um Schule und Zukunftspläne gedreht hatte, eine bittere Nachricht. Und eine, die er so nicht hinnehmen wollte. Diszipliniert und konzentriert kämpfte er sich Stück für Stück zurück ins Leben. Ausgerechnet beim ersten gemeinsamen Familienurlaub, bei dem er wieder auf eigenen Füßen unterwegs sein konnte, verlor Darius das Gleichgewicht und stürzte so schwer auf den Arm, dass die Nerven des linken Armes durchtrennt und die Hand erneut vollständig gelähmt war. Wieder machten die Mediziner wenig Hoffnung auf Heilung. Wieder trainierte er unbeirrt weiter – trotzdem.


Heute ist Darius 30 Jahre alt. Er hat einen Schulabschluss, ein abgeschlossenes Lehramtsstudium und arbeitete bis vor kurzem als Reiseleiter einer Agentur für Wander- und Abenteuerurlaube. Er steht mit beiden Beinen fest im Leben und hält mit beiden Händen an seinen Zielen fest. Und all das entgegen jeder Prognose und entgegen jeder Wahrscheinlichkeit: Trotzdem.

 

Ein Mutmacher sucht Unterstützer

Geplant war die Panamericana-Tour jedoch nicht nur als persönliche Herausforderung und Erfüllung eines persönlichen Lebenstraumes, der lange Zeit unerreichbar erschien, sondern auch als ermutigendes Signal an Gleichbetroffene. Unterwegs auf die Situation von Hirntumorpatienten hinweisen, die eigene Geschichte erzählen, Mut machen und Spenden für die Deutsche Hirntumorhilfe sammeln: Das ist das übergeordnete Ziel des Mammutprojektes, für das Darius eine einjährige Reisezeit eingeplant hat und das er vorerst auf 2021 verschoben hat.

Nun geht’s als Warum-Up unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen erst einmal im Uhrzeigersinn durch ganz Deutschland. Vom Startpunkt im heimatlichen Salem-Beuren am Bodensee führt die geplante Strecke über Freiburg, Heidelberg, Koblenz, Köln und Oldenburg bis an die Nordsee nach Bremerhaven. Von dort über Hamburg und Lübeck entlang der Ostseeküste nach Schwerin und schließlich nach Berlin. Auf dem Rückweg nach Baden-Württemberg ist auch ein Zwischenstopp in Leipzig geplant, wo die Deutsche Hirntumorhilfe ihren Sitz hat. Schließlich stehen noch Dresden, Bayreuth, Regensburg, München und Füssen auf dem Reiseplan, bevor es über Immenstadt zurück zum Ausgangspunkt geht.

 

Etwa 70 bis 80 Tageskilometer sind zu absolvieren, bevor Darius nach den Sommerferien Ende August als Lehrer in die Schule zurückkehren wird. Bis dahin möchte er möglichst viele Menschen persönlich, aber auch über die sozialen Netzwerke erreichen: „Ich habe vor 15 Jahren von der neuroonkologischen Forschung profitiert und möchte mit meiner Aktion auf diese wichtige Arbeit aufmerksam machen und für ihre finanzielle Unterstützung werben. Meine Erkrankung war ein Schicksalsschlag. Und trotzdem: Mir ist viel Gutes zuteil geworden, ich habe viel mehr erreicht als zunächst möglich schien und ich habe noch mehr vor. Dafür bin ich dankbar und vielleicht kann ich mit meinem Engagement einen kleinen Teil zurückgeben“ beschreibt er seine Motivation. „Unterstützer sind herzlich eingeladen, sich im Rahmen von Spenden, als Sponsoren und durch‘s Weitersagen am Projekt zu beteiligen!“

 

Auf seiner Webseite berichtet er über seine Aktion, die Hintergründe seiner Tour und hat eine Spendenmöglichkeit eingerichtet. Auch seinen aktuellen Standort dokumentiert er dort und hofft auf zahlreiche engagierte Spender. Alle Beträge kommen der Deutschen Hirntumorhilfe in voller Höhe zugute. Einen passenden Namen musste er nicht lang suchen: Sein Projekt heißt ...und trotzdem!

 

Jetzt spenden!

Zur Webseite mit Spendenformular geht es hier.

 

Weitere Unterstützung der Benefizaktion ist über Sponsoring sowie Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit möglich. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

 

 

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