Gut zu Fuß: 100 Kilometer in 24 Stunden

100 Kilometer, 24 Stunden, die ganze Nach hindurch - diesem Sportevent der besonderen Art, dem sogenannten "Megamarsch" um Hessens Metropole Frankfurt, hat Maren sich gestellt. Warum tut man sich das an? Sportlicher Ehrgeiz? Eine verlorene Wette? Lust, etwas Verrücktes zu tun?

Vom Sport-Event zum symbolischen Akt

Ein bisschen Aufregung kurz vorm Start ...

Auf Maren trifft als dies nicht zu. Sie ist für Ihren Partner Roland an den Start gegangen, der an einer tückischen Hirntumorerkrankung verstorben ist. Sie hat ihn auf seinem Weg begleitet – und möchte nun, ganz buchstäblich, weiter gehen. Kurzerhand hat sie entschieden, ihren "Megamarsch" zum Spendenlauf zu machen: "Jeder Schritt auf meiner Wanderung ist Roland und mit ihm allen anderen Patienten und ihren Familien gewidmet: Es gibt kaum öffentliches Bewusstsein für diese schwere Erkrankung. Betroffene und Angehörige brauchen Hilfe, die neuroonkologische Forschung mehr Aufmerksamkeit." 

 

Wochen harten Trainings liegen hinter ihr. Vor dem Start ist sie zuversichtlich: "Ich will die gesamte Strecke in der vorgegebenen Zeit schaffen. Mir ist völlig klar, dass ich dabei an meine Grenzen stoßen werde. Ich werde müde und völlig erschöpft sein. Ein Zustand, den Patienten angesichts ihrer strapaziösen Therapie nur zu gut kennen. Die Erkrankung ist für alle Beteiligten ein unfreiwilliger Marathon." So wird die lange Wanderung auch zum symbolischen Akt.

Streik bei Kilometer 82

Und tatsächlich: Maren hält durch. Eine eindrucksvolle Leistung - am Ende siegte die Willenskraft über die müden Beine. Maren erzählt: "Wir starteten gegen 16 Uhr. Ich fand ein gutes Tempo, die ersten 50 Kilometer schaffte ich ohne Probleme. Das Wissen darum, warum und wofür ich gehe und dass jeder erlaufene Kilometer Spendengelder für die Deutsche Hirntumorhilfe bringt, trieben mich zügig voran. Doch irgendwann kamen die Muskelschmerzen und gegen Mitternacht meine erste Krise. Viele Leute sind bei Kilometer 60 ausgestiegen. Ganz ehrlich? Zu diesem Zeitpunkt wäre ich nur zu gern mit ins Taxi gestiegen!

 

Mitten in der Nacht erreichen die Teilnehmer eine der Versorgungsstationen am Weg

Mein Körper sagte mir schließlich bei Kilometer 82, dass es reicht. Ich war vermutlich unterzuckert, übergab mich und mein Kreislauf machte schlapp. In dieser Situation musste ich an Patienten denken, die Übelkeit, Schwäche und Kreislaufprobleme unter Chemotherapie erleben - und was für ein Privileg es ist, dass ich hier sein und durch die Nacht gehen darf.

Nachdem ich von den Sanitätern Traubenzucker und Kaffee bekommen hatte, war klar: Ich mache weiter. Schritt für Schritt näherte ich mich dem Ziel, die letzten 10 Kilometer erforderten noch einmal alle Willenskraft, die ich aufbringen konnte. In meiner Tasche hatte ich Rolands Bild.

 

Als ich schließlich die Teilnehmer-Medaille in der Hand hielt, war ich schon ein bisschen stolz. Und vielleicht werde ich sogar noch einmal an den Start gehen. Und mit hundertausend kleinen Schritten mich selbst und die Deutsche Hirntumorhilfe ein klein bisschen weiter voran bringen."

 

Maren hat aus einer Sportveranstaltung einen Spendenlauf gemacht - eine super Idee! Vielen Dank für Deinen starken Einsatz, Maren! Wir freuen uns bereits auf den nächsten Megamarsch - und hoffen, du hattest ausreichend Blasenpflaster dabei ...

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